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Automobilwirtschaft und Klimaschutz

Hilfestellung für Zulieferer: Wie kann ich aus dem Klimaschutz-Motiv heraus Vorteile für meine Unternehmung entwickeln?

Automobilwirtschaft und Klimaschutz

Hilfestellung für Zulieferer: Wie kann ich aus dem Klimaschutz-Motiv heraus Vorteile für meine Unternehmung entwickeln?

 

Klimawandel und das Ende des Verbrennungsmotors, Abgasskandale und eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern, neue digitale Ära und die Tesla-Angst, sowie nun die Coronakrise und das Stillstehen der Produktionsbänder bei Volkswagen, Daimler, BMW, Opel und Ford. Was muss die deutsche Automobilwirtschaft noch alles durchstehen in diesen Zeiten des Umbruchs?

Wir möchten uns im Folgenden mit dem Dauerthema Klimawandel und seinen Auswirkungen in die Zulieferkette auseinandersetzen. Also mit der Frage: Wie kann dies von einem Automobilzulieferer durchaus als Chance verstanden werden?

Zum Hintergrund

Automobilhersteller (OEMs) befinden sich aufgrund des Klimawandels gesellschaftlich unter Druck. Warum? Die Automobilbranche beeinflusst den CO2-Ausstoß auf verschiedene Weise:

  • Zum einen erzeugt sie Produkte, die CO2-Ausstoß verursachen. Der gesamte Verkehr trägt mit etwa 22 % zu den Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bei.[1] Der Straßenpersonenverkehr macht hiervon grob 2/3 der Belastung aus. Hierauf zielt der Lösungsansatz Elektromobilität ab.[2]
  • Zum anderen tragen die industriellen Fertigungsbetriebe der Automobilwirtschaft zusammen mit ihrer gesamten Zulieferkette in Deutschland direkt und unmittelbar zur CO2-Emission bei. Der gesamte Anteil des industriellen Bereichs am CO2-Gesamtausstoß beträgt zirka 18 %.[3] Dabei beträgt der Anteil der Automobilindustrie an der gesamten Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland signifikante 20 %.[4]
  • Schließlich gibt es noch einen weiteren mittelbaren Einfluss: Hauptemittent von CO2 in der Sektorenbetrachtung in Deutschland ist nach wie vor die Energiewirtschaft mit 41 %.[5] Diese Energie wird ungefähr zu 30% von der Industrie abgenommen, wo man wieder beim signifikanten Anteil der Automobilwirtschaft an der gesamten industriellen Fertigung in Deutschland wäre.

Zählt man also die aus der Fertigung resultierenden obigen Aufzählungspunkte 2 und 3 überschlagsmäßig zusammen, erhält man eine Größenordnung von 3 bis 6 %. Der Anteil der deutschen Automobilindustrie am Gesamtausstoß würde damit bei +/- 4,5 % oder 37 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr liegen. Um das zu verdeutlichen: Das entspricht dem CO2-Ausstoß, als ob in einem Jahr 2,7 Mio. Passagiere (= durchschnittliche Anzahl deutscher Kreuzfahrtpassagiere/Jahr) mit den „Schwimmenden Klimasündern“[6] jeweils die Erde einmal umrunden würden (= 45.000 Kilometer).

Die Ausgangssituation wird somit deutlich. Mit der zunehmenden gesellschaftlichen Bedeutung des Klimawandels und der daraus resultierenden Idee einer Dekarbonisierung der Industrie mussten die großen Automobilhersteller reagieren und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Die deutsche Automobilindustrie ist auch in vergangenen Jahrzehnten aus Krisen stets gestärkt hervorgegangen. Vermutlich muss man diesen Gedanken im Hinterkopf behalten, wenn man sich die vielen Ankündigungen der großen OEMs der letzten Monate vor Augen führt:

  • 5/2018: Mercedes will Werke CO2-neutral machen[7]
  • 2/2019: VW will Vorreiter bei CO2-freier Autoproduktion werden[8]
  • 5/2019: Daimler will auch Zulieferer zur CO2-Neutralität verpflichten[9]
  • 6/2019: Volkswagen Konzern verpflichtet Lieferanten zur Nachhaltigkeit[10]
  • 7/2019: VW verpflichtet Lieferanten: Nachhaltigkeit wird Bedingung[11]
  • 7/2019: Porsche-Produktionschef: „Zulieferer müssen jetzt ihren Beitrag leisten“[12]
  • 11/2019: Wie Autohersteller das Null-CO2-Auto bauen wollen[13]
  • 12/2019: CO2-Pläne der Autobauer gefährden Zulieferer[14]

Das Ziel ist klar: Die CO2-freie Herstellung von Fahrzeugen. Und dabei spielen die Vorlieferanten für die Automobilzulieferer eine entscheidende Rolle: Ohne sie können die ehrgeizigen Ziele nicht erreicht werden. Sie sind die verlängerte Werkbank der OEMs und sie werden von Ihren Kunden, den OEMs, zukünftig zum Klimaschutz verpflichtet, ja gezwungen werden. Die Zeit, als dieses Thema den im Schwarzwald versteckten Zulieferer nicht interessieren musste, sind vorbei. Man mag es bedauern oder begrüßen, aber es ist mittlerweile eine Tatsache: Die klimaneutrale Produktion wird zu einem Vergabe-Kriterium der OEMs.

 

Unsere Empfehlung an Automobil-Zulieferer

Mit Blick auf die Relevanz von Energiethemen ergibt sich dadurch ebenfalls eine neue Sachlage: Bisher war das Thema Energie ein Stiefmütterliches. Versteckt in den Supportfunktionen war die Bedeutung überschaubar. Es wurde vor allem dann wichtig, wenn die Energieversorgung am Standort eines Automobilindustrie-Betriebs runderneuert werden musste. In Zukunft wird das möglicherweise anders aussehen: Dann wirkt die Energieinfrastruktur in die Qualität der eigenen Kundenbeziehung – also die des Automobilzulieferers zu den OEMs. Dieser Umstand sollte bei den Verantwortlichen von Zulieferern eine angemessene Aufmerksamkeit erfahren.

Wir empfehlen unseren Kunden deshalb folgendes:

Werden Sie zum Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz!

Nutzen Sie das Thema, um sich in Vergabeprozessen der OEMs vom Wettbewerb positiv abzuheben. Der Fokus liegt dabei auf den Möglichkeiten, mittels geeigneter Optimierung der Energiebeschaffung, der Energieumwandlung und der Energieverbräuche die eigene CO2-Bilanz und Nachhaltigkeit zu verbessern.

Gleichzeitig muss das nicht mit zusätzlich Kosten verbunden sein, im Gegenteil: Sie können sich auch dadurch vom Wettbewerb absetzen, indem gleichzeitig still und heimlich die Energiekosten gesenkt werden. Auch weil diese Kosten noch nicht durchgehend überwacht werden von den OEMs. Ein Kosten-Schlupfloch sozusagen.

Folgender Maßnahmenkatalog scheint uns angebracht, um als Zulieferer mit überschaubarem Aufwand effektiv und in Kürze die gewünschten Ziele zu erreichen:

  • Sofortmaßnahmen: Steigen Sie um auf CO2-freien Strom in Ihrer Beschaffung. Das ist die einfachste Möglichkeit, die eigene Bilanz bzw. den Ausstoß zu verringern. Sie müssen nicht sofort auf 100%igen Grünstrom –Bezug umsteigen – tun Sie es Schritt für Schritt. Starten Sie beispielsweise mit 25 %. Wir empfehlen dabei eine möglichst langfristige Beschaffung von Strom aus deutscher Windkraft zum Festpreis. Direkt vom Erzeuger. Das hat einen weiteren Vorteil: So mischen Sie ihrem Portfolio etwas langfristige Preissicherheit bei – vielleicht bei den jetzigen Marktpreisen ohnehin eine gute Idee.
  • Strategie: Nutzen Sie vorhandene Managementsysteme, wie z.B. die DIN ISO 50001. Entwickeln Sie diese weiter in Richtung CO2-Einsparung in allen energierelevanten Bereich. Damit besitzen Sie alle Instrumente – von den strategischen Zielen über den kontinuierlichen Verbesserungsprozess bis zur Maßnahmenumsetzung – um ein Vorankommen zu steuern. Aus diesem Managementsystem heraus steuern Sie dann sämtliche Maßnahmen für alle CO2-relevanten Verbesserungen in allen energierelevanten Bereichen – wie z.B. die Eigenerzeugung von Strom oder Wärme aus erneuerbaren Quellen, die Koppelung von Wärme-, Kälte- und Stromerzeugern, die Integration von Energiespeichern oder weitere Energieeffizienz-Projekte. Und das Schöne dabei: Wenn es klug gemacht ist, verbessern sie damit nicht nur ihre CO2-Bilanz, sondern eben auch Ihre Energiekosten.
  • Rating: Führen Sie zusätzlich ein Nachhaltigkeits-Rating für ihr Unternehmen ein. Damit erzeugen Sie Transparenz im Hinblick auf ihre kontinuierlichen Verbesserungen. Beachten Sie dabei, dass heute jeder OEM von Ihnen möglicherweise andere Berichte und Formate einfordern wird. Machen Sie sich davon ein Stück weit unabhängig, in dem Sie ein Rating nach CDP einführen. Ausgehend von einem CDP-Bericht wird auch ein eventueller Einzelbericht an einen OEM leicht zu etablieren sein. Alle OEMs berichten im Übrigen selbst an CDP und werden Ihr Rating über kurz- oder lang als etablierte Berichtsform akzeptieren. Sie zeigen damit, dass Sie das Thema aktiv angehen, Sie verantwortungsvoll agieren und das ganze Vorgehen kein Strohfeuer ist.

Unsere Empfehlung zielt damit auf die effiziente Nutzung vorhandener Systeme, Ressourcen und Kapazitäten ab, die seit Jahren im Unternehmen vorhanden sind. Sie müssen das Rad nicht neu erfinden. Setzen Sie sich dabei anspruchsvolle Ziele und werden Sie durch CO2-Einsparungen zum Besten in Sachen Klimaschutz in Ihrer Peer-Group. Ihre Kunden werden Sie am Ende dafür belohnen.

Wir wünschen viel Erfolg bei der Umsetzung!

 

___________________________________

[1] Umweltbundesamt, Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen 1990 – 2018, Stand 01/2020.

[2] Vergleiche z.B. hier www.bmu.de/themen/luft-laerm-verkehr/verkehr/elektromobilitaet/
[3] Siehe Fußnote 1.

[4] www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2017/09/PD17_326_811pdf
[5] Siehe Fußnote 1.

[6] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/klimastatistik-schwimmende-klimasuender-co2-emissionen-der-schifffahrt-wachsen/25318528.html
[7] www.produktion.de/wirtschaft/mercedes-will-werke-co2-neutral-machen-363.html
[8] www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/klimaschutz-vw-versucht-sich-als-vorreiter-bei-co2-freier-autoproduktion-a-1253830.html
[9] www.automobil-produktion.de/hersteller/wirtschaft/daimler-will-auch-zulieferer-zur-co2-neutralitaet-verpflichten-359.html
[10] www.volkswagen-newsroom.com/de/pressemitteilungen/volkswagen-konzern-verpflichtet-lieferanten-zur-nachhaltigkeit-5122
[11] www.eurotransport.de/artikel/nachhaltigkeit-wird-bedingung-vw-verpflichtet-lieferanten-10842867.html
[12] www.automobil-industrie.vogel.de/porsche-produktionschef-zulieferer-muessen-jetzt-ihren-beitrag-leisten-a-850670/
[13] www.spiegel.de/auto/aktuell/vw-mercedes-volvo-wie-die-hersteller-nachhaltig-werden-wollen-a-1293674.html
[14] www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/automobilbranche-co2-plaene-der-autobauer-gefaehrden-zulieferer/25303842.html


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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